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30.12.2007 von ideesamkeit.
Die Wochentagsbezeichnungen Montag, Dienstag, usw. klingen schön und sind eingängig. Im Hintergrund stehen aber ein paar germanische Gottheiten. Noch deutlicher ist das im Englischen, wo in den Bezeichnungen für die Wochentage die Namen der germanischen Gottheiten vollständiger als im Deutschen erhalten sind.
Es gibt jedoch nur einen Gott, dem der Himmel und die Erde gehört. Die ganze Erde - also auch die früheren germanischen Gebiete. Dieser Gott, der Vater von Jesus, hat es gar nicht gern, wenn man andere Götter verehrt und nicht ihn, den einzigen Gott.
An dieser Stelle daher einmal die neuesten Wortvorschläge - diesmal für die Wochentage.
Aus zwei Gründen:
a) aus Spaß an der Freude - Mit Sprache jonglieren ist einfach was Schönes.
b) der Bedeutung wegen. Es muss ja nicht unbedingt sein, dass man den echten Gott durch die Zuwendung zu Nichtgöttern auf die Palme bringt. Gut, die Bennennung der Wochentage ist da sicher nur das Pünktchen auf dem i, oder ein Tropfen auf dem heißen Stein. Es gibt genügend Dinge in Stadt und Land, wo die Verehrung von Göttern, die keine Götter sind, wesentlich mehr ins Gewicht fällt, als in der Benennung von Wochentagen (und Monaten und Planeten).
- Aber an irgendeiner Stelle muss man ja mal anfangen.
Aus diesem Grund schlage ich vor, die Nicht-Götter in den Benennungen der Wochentage beiseite zu lassen. Folgende Stattdessenbezeichnungen ließen sich beispielsweise verwenden:
Wochentage
- Zweiwoch, Zweewoch (Zweewoch, um Verwechslungen mit “Dreiwoch” zu vermeiden) … Montag
- Dreiwoch, Driewoch, Drittwoch … Dienstag
- Mittwoch
- Fümpf(w)och, Fünf(w)och … Donnerstag
- Sechswoch … Freitag
- Samstag (kommt von Sabbat)
- Sohntag*, Auferstehungstag … Sonntag
Anmerkungen:
*
Sohntag - weil an diesem Tag, übrigens dem ersten Tag der Woche, der Sohn Gottes auferstanden ist. (Es ist also nicht nötig, das Neuwort politisch unkorrekt noch zusätzlich mit weiblicher Form zu versehen. Das wäre geschichtlich nicht korrekt.) Eine ansprechende Bezeichung für den Sohntag ist auch “Auferstehungstag” - so nennt man den Sohntag meines Wissens im Russischen. In anderen europäischen Sprache ist der Sonntag als “Tag des Herrn”, sprich: als “Tag Jesu” bekannt: “domenica” (ital.). Die Bezeichnung geht wohl, wie auch im Französischen, auf die lateinische Bezeichnung “dies domenicus” (”Tag des Herrn”). Die Franzosen haben das sprachlich zu “dimanche”, (Tag) des Herrn (= Sonntag) weiterverarbeitet. Ausgangswort ist das recht bekannte lateinische Wort “dominus” (der Herr), mit dem Jesus gemeint ist.
Haben Sie schon mal inner Kirche das Herr-erbarme-dich gesungen: Kyrie eleison? Wenn ja, dann können Sie vielleicht auch mit der neugriechischen Benennung des Sonntags was anfangen: “kjirjakji” sagen die Griechen zum Sonntag. (Hier in Umschrift). Das heißt, genau wie im Lateinischen, Französischen und Italienischen “zum Herrn gehörig”. Im Altgriechischen “kyriakos”, was wiederum von “kyrios” (Herr) kommt. Unser Wort “Kirche” hat sich übrigens auch aus dem griechischen “kyriakos” entwickelt. Weil die Kirche zum Jesus, dem Herrn gehört. Hängt alles irgendwie zusammen ;-).
Daher wär es nicht verkehrt, mit der Wochentagsbezeichnung für den Sohntag auch im Deutschen statt auf die Sonne auf Jesus, den Herrn hinzuweisen. Also “Tag des Herrn”. Oder, da das schon drei Wörter sind: Sohntag oder Auferstehungstag. Das weist beides auf den Herrn, den Sohn Gottes hin.
Nummerierungsnamen
In einigen anderen europäischen Sprachen werden die Wochentage übrigens auch zumindest teilweise als Zahlen durchgezählt. Die Woche beginnt mit dem ersten Tag, dem Sohntag - nicht mit dem Montag. Denn der Samstag (kommt von “Sabbat”) ist ja bereits der siebte und damit letzte Tag der Woche. Daher erhält der Montag im Griechischen beispielsweise die Bezeichnung “der Zweite”: “deftera” (buchstäblich: deutera) - Vgl. defteros = “der Zweite”. Vorschlag für die Übertragung ins Deutsche: Zweiwoch bzw. Zweewoch (Montag).
Während die (Neu)Griechen zumindest die Tage von Zweiwoch (Montag) bis Fümpfwoch (Donnerstag) in ihrer Sprache durchnummerieren, sind in einigen osteuropäischen Sprachen zumindest der Pfümfwoch (Donnerstag) und Sechswoch (Freitag) mit Zahlennamen benannt: “czwartek”, sprich: ‘tschfarteck (poln. Donnerstag, zu “czwarty”, tschfarte der Vierte), “pia,tek” sprich: pjonteck (poln., mit Cedille statt Komma!: Freitag, zu “pia,ty”, der Fünfte). Entsprechend im Tschechischen (”ctvrtek” (hier ohne diakretische Zeichen), “pátek”. Das Ungarische hat zumindest den “Fünften” Tag irgendwo aufgegabelt (”péntek”, auch wenn “der Fünfte” auf Ungarisch ganz was anderes heißt.
Kurz und gut: Die Durchnummerierung der Wochennamen ist in einigen europäischen Sprachen wenigstens zum Teil gang und gäbe und lässt sich daher sinngemäß für das Deutsche übernehmen.
Samstag: Unser Wort Samstag kommt über das Griechische von “Sabbat” und ist in ähnlicher Form in einer Reihe europäischer Sprachen vorhanden. Wer genaueres wissen will … schnappe sich ein paar Wörterbücher.
Wortideen (außer Mittwoch und Samstag) von: Ideesamkeit
Quellen: “Langenscheidts Sprachfüher” für die verschiedenen Sprachen; “Dictionnaire pratique du franc,ais”, Langenscheidt, 1987; Duden, Herkunftswörterbuch, 1989
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