“Käßmann warnt vor Ausdehung der Sonntagsarbeit” - so titelt der Evangelische Pressedienst (epd) in einer Meldung vom 24.09.2008 [1] “Die hannoversche Bischöfin Margot Käßmann hat vor einer generellen Sonntagsöffnung der Geschäfte gewarnt.”, so der Bericht weiter. “Dies setze eine unheilvolle Spirale ohne Ende in Gang […]”
Zum Vergleich:
“Steinbrück rechnet mit USA und Bankversagen ab.” So titelt das ZDF in einen Artikel [2], der Steinbrücks Kritik an den Profiteuren der “grenzenlosen Gier an der Wall Street” (so der Artikel) zum Thema hat.
Was hat das eine mit dem anderen zu tun? Die Sonntagszerarbeitung mit der Bankenkrise?
Ganz einfach. Wir können das auch haben. Das mit den Banken. Oder das mit dem Desaster. Wir brauchen nur die Sonntage weiter für den Verkauf öffnen.
Gott sei Dank! - Unser Bankensystem steckt nicht ganz so dolle in der Bredouille wie das der USA.
Die sind ja gierig, die amerikanischen Banker. ;-) Gut, dass das bei uns nicht so ist …
Apropos - da fällt mir das mit der Sonntagsarbeit wieder ein. Oder treffender: das mit der Sonntagszerarbeitung. Was hatte Steinbrück an den US-Bankern der Wall Street kritisiert: die “grenzenlose Gier”?
Und was machen wir mit der deutschen Wirtschaft? Für unseren Umsatz sind viele Vordenker Kunden und Geschäftemacher sogar bereit, den Sonntag zu opfern. Wir brauchen den Sonntag. Mehr Verkauf. Mehr Umsatz. Mehr Lebensqualität (echt?). Mehr. - Letzteres ist die Hauptsache: Mehr. Egal wovon. Hauptsache mehr.
Dass das zu dem gleichen Ergebnis führen könnte wie die Gier einiger US-Banker, scheinen hier in Deutschland nur die wenigsten zu bedenken.
Noch haben wir den Sonntag - Gott sei Dank!
Haben Sie schon einmal nachgelesen, wohin die wirtschaftliche Nutzung des Sonntags führt? www.dbg.de ist da zu empfehlen (Suche nach “Sabbat” in der Luther-Bibel) - oder ganz einfach eine normale Druckausgabe der Bibel. Der siebte Tag ist für Gott reserviert. Von der Hilfe an Kranken u. ä. einmal abgesehen, ist die Erwerbsarbeit am siebten Tag untersagt. “Siebter Tach, Gottes Tach” - wie man eins der Zehn Gebote in verkürzter Form wiedergeben könnte.
Was das mit unserer Witschaft zu tun hat? Forschen Sie einmal nach. In der Bibel sind eine ganze Menge wirtschaftlicher Folgen angekündigt - negative Folgen für die Wirtschaft, wenn der siebte Tag nicht beachtet wird. Und positive, wenn man am Sabbat (bzw. übertragen: Sonntag) aufs Einkaufen und Geschäftemachen verzichtet.
Klar brauchen wir Umsatz, Gewinn und Arbeit. Vielleicht bringt die Öffnung des Sonntags für Verkauf, Arbeit und Geschäft auch genau das, was wir wollen. Kurzfristig. Denn nach Umsatz, Arbeit und Gewinn haben die kritisierten US-Banker auch gestrebt. Nur ob das in dieser Weise der Weisheit letzter Schluss war - das ist aus heutiger Sicht nicht mehr ganz so offensichtlich.
Was den Sonntag betrifft: Wenn man - besonders: wenn ein ganzes Volk - Gottes Anweisungen (Gebote) langfristig und dauerhaft nicht beachtet oder Gottes Anweisungen abschafft … ist das meist nicht gut für ein Volk. Nicht nur für dessen Wirtschaft. Auch wenn man die Folgen - wie bei der Bankenkrise - nicht gleich sondern erst viel später merkt.
Von daher ist sehr zu empfehlen, am Sonntag das Geschäft Geschäft sein zu lassen - und noch besser: sich Gott zuzuwenden. Am Montag kann die Arbeit dann weitergehen.
Anbei die Anweisung Gottes “Du sollst den Feiertag heiligen …” - als Gedicht:
Zähl mal 6 + 1.
Denn der siebte Tag ist für uns beide.
Zähl mal 6 + 1.
Dieser Tag ist nur für dich und mich.
Sechs Tage schaff.
Am siebten, da ist Ruh.
Schau mir doch einfach zu.
Genauso habe ich’s gemacht.
Die Welt erdacht,
sechs Tage lang gemacht.
Am siebten, da war frei.
Die Reglung gilt, es bleibt dabei.
Zähl mal 6 + 1.
Denn der siebte Tag ist für uns beide.
Zähl mal 6 + 1.
Dieser Tag ist nur für dich und mich.
Bist du ein Scheff:
Am siebten Tag gib frei.
Bist du dein eigner Herr:
Am siebten keine Plackerei.
Dein Gott bin ich.
Der Sonntag* ist für mich.
Das gilt für Mensch und Tier.
Frau, Kind, Ausländer, und auch dir.
Dein Gott
Das Sabbat-Gebot
Auszug aus einer Nachdichtung der Zehn Gebote
(c) K. Spilling (Ideesamkeit)
*kleine Ungenauigkeit. Der siebte Tag ist eigentlich der Sabbat (das ist der Samstag) und nicht der Sonntag.
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Ideesamkeit
Quellen:
[1] http://epd.de/index_58088.html, Meldung (12377/24.9.2008), 25.09.08
[2] Braun,Tim und Stahl, André, dpa, nach http://www.heute.de/ZDFheute/inhalt/17/0,3672,7382001,00.html, vom 25.09.2008
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