Frage: Die deutsche Sprache ist männlich. Sollte man die Sprache geschlechtergerecht gestalten? - Was ist vom Gender-Mainstreaming zu halten?
Nuja … zuallerst einmal ist *die* *deutsche* *Sprache* - vom Wort her - weiblich!
Daraus lässt sich ableiten: *Wenn* jemand sprachlich benachteiligt ist, dann die Männer.
Apropo: Warum ist “der Mann” männlich, in der Mehrzahl aber klingen *sie* (!) - *die* (!) Männer weiblich?
Ich möchte also zuallererst einmal darauf hinweisen, dass *die* Männer sprachlich gesehen benachteiligt werden und dass wenn, dann diese Benachteiligung abgeschafft werden sollte! ;-)
In der Kürze liegt die Würze:
“Liebe Zuhörer” ist doch viel kürzer als “Liebe Zuhörerinnen und Zuhörer“. Gendermäßig korrigiert könnte man dann noch zufügen: „Liebe Zuhörerinnen und Zuhörer und solche Zuhörenden, die bezüglich ihrer Identität noch unentschlossen sind.” Das wäre völlig korrekt. Aber auch ziemlich lang.
Ein einfacheres Beispiel: Sollen wir auch sagen: Liebe Kinderinnen und Kinder?
Wie oben geschildert: Die Sprache ist einfach nicht vollkommen identisch mit den biologischen Gegebenheiten. Wer daraus nun eine Benachteiligung der Frauen konstruiert, hat fatalerweise “*die* Männer” und *ihre* Benachteiligung übersehen. Und das ist auch nicht gerecht.
(Hier,bei den Personalpronomen, wäre ich übrigens schon für eine sprachlich-bio-logisch eindeutigere Unterscheidung. Aber durchsetzen würde sich das wohl nicht ;-))
Die politisch korrigierte Doppelnennung ist jedenfalls relativ umständlich und platzraubend.
Soweit zur Frage.
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Im Stichwort „Gender-Mainstreaming“ steckt noch ein weiterer Hinweis, der mit ins Spiel kommt:
Die Gleichbehandlung von Frau und Mann ist in gewissem Sinne gut. D. h. aber nicht, dass Frauen und Männer auch völlig gleich wären - es gibt numal ein paar Unterschiede. Biologisch, und auch charaktermäßig. Beide, Frauen und Männer, sind gleich viel wert - aber nicht gleich. Beide sind verschieden, aber keiner ist besser als der andere. Das ist Vielfalt und Gerechtigkeit in einem.
Soweit sich der Gender-Debatte entnehmen lässt, geht es beim Gender-Mainstreaming aber nur vordergründig um die Gleichbehandlung von Männern und Frauen. Das ist das vordergründige, kurzfristige Ziel.
Das eigentliche, langfristige Ziel, dass vielen Menschen gar nicht bewusst ist, ist eine *Gleichschaltung*, eine *Gleichmacherei*.
Beim Gendergedanken geht es - langfristig - nicht darum, jeden gerecht zu behandeln. Das Ziel ist, alle Ungleichheiten einzuebnen, sodass es quasi weder männlich noch weiblich gibt.
Das Gendermainstreaming will im Grunde genommen die Grenzen zwischen Mann und Frau abschaffen und abstreiten. Jeder soll alles sein können: “Mann, Frau, trans, bi, - such dir aus, was du sein willst. Alles ist ‘gleich’. Alles ist ‘egal’.”
Dieses Ziel ist die Meisten und den Meisten nicht bekannt, da es nicht so an die große Glocke gehängt wird. Verständlicherweise.
Wenn man um diese langfristige Ziel der Gleichmacherei weiß, ist die Gender-Bewegung *gar nicht mehr* so erstrebenswert.
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Zusätzlicher Hintergrund:
Unterm Strich geht es bei dieser Gender-Bewegung darum, Gottes Anordnung und Idee über dem Haufen zu werfen. Gott schuf den Menschen ja als Mann UND Frau.
Und laut Paulus (in der Bibel) soll in einer Ehe z.B. ein Ehepartner den anderen höher achten als sich selbst - die Frau den Mann, aber auch der Mann die Frau.
Unterdrückung soll also *nicht* sein. In keiner Richtung.
Also: Gegenseitige Achtung, gegenseitiger Respekt, gegenseitiges Zuvorkommendsein – das ist ein erstrebenswertes Ziel.
Trotzdem bleibt die Einteilung in Mann und Frau hier aufer Erde bestehen. (Erst im Himmel wird diese Einteilung von Gott irgendwie aufgehoben.)
Die Gender-Strömung läuft – vom allerletzen Ziel her betrachtet – im Grunde genommen gegen Gottes Einteilungen und damit gegen Gott selber Sturm.
Der Mensch will nichts von Gott wissen – und deshalb wendet er sich gegen Gottes Vorgaben – um Gott eins auszuwischen. Das ist der eigentliche Hintergrund.
Es ist klar, dass das den meisten,auch vielen Befürwortern des Gender-Mainstreaming, wahrscheinlich gar nicht bewusst ist. (D.h., dass auch nicht jeder willentlich gegen Gott Sturm läuft.)
Aber die Genderströmung als Ganzes hat diese Zielrichtung.
Das sollte man beachten, und das ist noch wichtiger, als die sprachlichen Feinheiten in der grammatischen Benennung.