Infos

Sie befinden sich aktuell in den Ideesamkeit Blog-Archiven für den folgenden Tag 22.2.2010.

Februar 2010
S M D M D F S
« Jan   Mrz »
 123456
78910111213
14151617181920
21222324252627
28  

Archive für 22.2.2010

Kanaanäisch: MACH einen Unterschied FÜR diese Welt

Heute erst wieder gelesen: MACH einen Unterschied FÜR diese Welt …

Kanaanäisch: Kanaanäisch ist so etwas wie christliches Fachchinesisch. Kein Mensch sagt das so - in den meisten Fällen - außer das eingeweihte Publikum. Dabei ist gegen eine Inseitersprache (Binnensprache, Insidersprache) gar nicht immer was einzuwenden. Schließlich entwickelt jedes Fachgebiet automatisch auch für Nichteingeweihte unverständliche Ausdrücke. Manchmal kommen einem aber selbst als “Insider” einige Ausdrücke seltsam vor. Sobald man drüber nachdenkt …

Heute erst wieder gelesen: “MACH einen Unterschied FÜR diese Welt …”
Schluck. Nachdem ich in der Schule den Eindruck hatte, mit der deutschen Grammatik noch ganz gut klarzukommen, lässt mich dieser Satz grammatisch gesehen nur noch Bauklötze staunen.

MACH einen Unterschied FÜR diese Welt? Geht das: einen Unterschied MACHEN? Mit anderen Worten: TUE einen Unterschied? Kann ja sein, dass mein Hörgerät kaputt ist oder mein Duden nicht mehr auf dem neuesten Stand, aber das MACHT wahrscheinlich auch EGAL, in diesem Fall.

Früher hieß das mal: *Unterscheide* dich *von* dieser Welt. Schwimm gegen den Strom. “Stellt euch nicht dieser Welt gleich.” (Paulus). Oder wat weiß ich. Aber “TU einen Unterschied?? Verzeihung: MACH, natürlich?

Wahrscheinlich ist das die Übersetzung aus dem Englischen, direkt über die Übersetzungsmaschine: make a difference. Kennen Sie die Übersetzungs-MACH-inen? Genau: Mach eine Differenz!

Nun ja, Sprache wandelt sich eben FÜR diese Welt. Oder IN dieser Welt? Ich mein, wenn sich Christen in bestimmten Punkten VON dieser Welt unterscheiden, ist das gut FÜR diese Welt.

Dem Inhalt der Redewendung stimme ich ja inhaltlich vollkommen zu. Man muss nicht alles mitmachen, nur weil es grade üblich ist. Eines der Zehn Gebote heißt z. B. “Klau nich’!”. Das liegt zwar nicht immer im Trend, aber hier ist es durchaus gut, wenn man sich von manchen Gepflogen im Umfeld unterscheidet. Natürlich, der Ehrliche ist dummerweise echt manchmal der Dumme. Aber hin und wieder lässt die Wirklichkeit auch mal durchblicken, dass der Unterschied zu manchen Geflogenheiten doch nicht ganz ohne Sinn ist.

Was wäre z. B. wenn in der Kölner U-Bahn keine Stahlbügel beiseite geschafft und verhökert worden wären? Genau: Dann wären die Arbeiter, die sich gegen das Verhökern ausgesprochen hätten, vielleicht schief angeschaut worden.
Und die Ehrlichkeit wäre nicht weiter ins Gewicht gefallen. Keine Pluspunkte, kein Vorteil, nix.

Aber im Nachhinein hätte es vielleicht doch einen Unterschied gemacht, ob und wie viele sich z. B. von der Klau-Gepflogenheit unterscheiden …

Mach einen Unterschied!

Ich persönlich (Was macht das mit mir?) fände es aber auch gar nicht so verkehrt, wenn die grammatischen Verhältniswörter - die Präpositionen - eine Unterscheidung machen. Oder eine Differenz. Wie wäre es z. B., wenn sich VON und FÜR auch weiterhin FÜReinander unterscheiden? - VONeinander? Ach egal, is’ ja Kanaanäisch (und in diesem Fall Englisch à la Wort-für-Wort)  - da ist die Grammatik anders …

In diesem Sinne:

Make a difference for this world. - MACHT eine Differenz! Unterscheidet euch FÜReinander …

[Werbung]


Weitere Texte und Gedichte auf  ideesamkeit.de … 

|