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Wunsch an theologische Ausbildungsstätten


Im Anschluss an den Gastbeitrag Fehlerhaftes Navigationsgerät? Bibel noch brauchbar? hier noch ein Wunsch an theologische Ausbildungsstätten - auch an solche, die nicht kirchlich getragen werden.

Ideesamkeit.de würde es begrüßen, wenn der Bibel auch im Hinblick auf die geschichtliche Glaubwürdigkeit in t(h)eologischen* Seminaren, Bibelschulen, teologischen Ausbildungsstätten usw. wieder mehr Glauben und  Vertrauen entgegengebracht wird. Sofern das nicht schon geschieht.

Vielerorts wird in teologischen Ausbildungsstätten - z. T. vom bibelfesten Fußvolk :-) unbemerkt - die Glaubwürdigkeit der Bibel in einigen Punkten infrage gestellt: “Adam und Eva, Noah, Turmbau zu Babel? - Iwo, gar nicht passiert”, hört man sogar an freien Seminaren sagen. “Steht in der Bibel? Ach was, ein Märchen.” Die Bibel selbst wolle doch gar nicht sagen, dass es Adam oder Noah wirklich gegeben habe. So auch der Ton sogar in vielen ansonsten frommen Ausbildungsstätten. Natürlich teologisch korrekt formuliert: Die Berichte in der Bibel seien “symbolisch”, Adam und Noah verfügten über “keine Historizität” und dergleichen. Die Bibel ein Märchenbuch? Nein, so würde das natürlich keiner ausdrücken.

Mal ehrlich: Wenn ich als Christ glaube, dass Gott Jesus von den Toten auferweckt hat, dass Gott mir wegen Jesus die Schuld vergibt, dass ich nach meinem jetzigen Leben wegen Jesus in den Himmel komme … - lauter Dinge, bei denen sich ein Leser, der das nicht glaubt, wahrscheinlich an den Kopf fasst - … wo ist dann das Problem, auch noch zu glauben, dass der Rest der Bibel ebenso wahr ist (und zwar auch geschichtlich): Turmbau zu Babel, Sprachverwirrung, Sintflut und Rettung in der Arche, Adam und Eva, …

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Wenn Gott es z. B. nicht hinkriegt, zwei Männeken - einen Mann und eine Frau - und ein paar Tierchen in einer Woche auf die Beine zu stellen - dann können wir mit den übrigen Tausenden oder Millionen von Christen lange warten, bis wir tatsächlich im Himmel ankommen. Dann wäre - konsequent gedacht - der ganze christliche Glaube für die Katz.

Abgesehen davon, dass die komplette Argumentation von Paulus - wie durch einen einzigen Menschen (Adam) die Sünde in die Welt gekommen ist, so ist sie auch durch einen einzigen (Jesus) wieder ausgeräumt (Römer 5, 12-21, dbg.de) - absolut keinen logischen Sinn mehr ergibt … wenn man einfach den einen einzigen Menschen durch “die Menschheit” ersetzt.
Paulus argumentiert an dieser wie an vielen anderen Stellen absolut scharfsinnig und zugespitzt. Wenn man nun in seinem Gedankengang - wie einige das tun - den “einen Menschen”, Adam, einfach durch “die gesamte Menschheit”ersetzt, dann hätten “alle Menschen alle Menschen” mit ihrer Sünde ins Verderben gestürzt. Dann hätten aber auch “alle Menschen alle Menschen” - also alle sich selbst - von der Sünde, der Trennung von Gott, befreit. (Sonst wäre Paulus sein Vergleich ja Unsinn.) Dann wäre Jesus und die Rettung durch ihn aber schlichtweg überflüssig.

Wer mag, gehe einmal Vers für Vers durch, ersetze probehalber jeweils den einen Menschen, der sich auf Adam bezieht, durch alle Menschen … und schaue dann, wie die Logik in der gesamte Argumentationskette in dem Bibelabschnitt nach dieser Veränderung aussähe.

Hier eine Kostprobe:

  • 1. Der normale, korrekte Bibeltext. Adam ist Adam und Adam ist historisch (es gab ihn tatsächlich als einzelne Person). Davon scheint zumindest Paulus - also die Bibel selbst - auszugehen.“Römer 5, 14: Dennoch herrschte der Tod von Adam an bis Mose auch über die, die nicht gesündigt hatten durch die gleiche Übertretung wie Adam, welcher ist ein Bild dessen, der kommen sollte.” (nach dbg.de, obiger Link)
    ..
  • 2. Mal angenommen, die Bibel wolle gar nicht sagen, dass es Adam wirklich gegeben habe. Adam stünde nur für “die Menschheit” bzw. “alle Menschen”, also für alle. Dann läse sich der Vers wie folgt: Römer 5, 14 (nicht die echte Variante!):Dennoch herrschte der Tod von [allen Menschen] an bis Mose …

    [Von allen Menschen an bis Mose?? Wie soll denn das gehen? - Das wäre genauso sinnvoll wie die Formulierung “von der Zeit als solche bis 15.35 Uhr”!]
    ..
    auch über die, die nicht gesündigt hatten durch die gleiche Übertretung wie [alle Menschen] , welche(r) ein Bild [sind] dessen, der kommen sollte.”
    ..
    Wie jetzt?
    Der Tod herrschte von [allen Menschen] an auch über die, die nicht durch die gleiche Übertretung gesündigt hatten wie [alle Menschen] ?
    ..
    Mit anderen Worten: Die gesamte Menschheit (=Adam) hat gesündigt, aber nicht die gesamte Menschheit??? Was ist das denn?Obendrein: Seit wann sollten alle Menschen oder die gesamte Menschheit ein Bild für Jesus sein?

Ist vielleicht beim ersten Lesen und Nach-Denken ein bisschen kompliziert. ;-) So wie mattematische Formeln mit ein paar Unbekannten. Wer aber Theologie studiert oder eine Ausbildung an einem theologischen Seminar oder einer Bibelschule macht - und das Durchdenken von Bibel und Glaubensthemen gewohnt ist - sollte sich ruhig die Mühe machen und 1.) im oben erwähnten Abschnitt aus Römer 5 Punkt für Punkt Adam durch “die gesamte Menschheit” ersetzen … und dann 2.) Satz für Satz kucken, was dabei rauskommt!

Vor allem das Zweite: Kucken, was dabei tatsächlich rauskommt. - Das Erste, Punkt 1, wird sowieso an vielen Orten erledigt - Punkt 2 aber höchst selten …

Das Ergebnis: Adam = alle Menschen ? (Punkt 1) Wer die Rechenprobe Satz für Satz durchführt (2.), stellt fest: Geht ja gar nicht! - Die Bibel selbst wolle gar nicht sagen, dass es Adam (und Eva) als einzelne, historische (tatsächliche) Personen gegeben habe? Bei der Annahme kommt, meines Erachtens, im obigen Römer-Abschnitt vorn und hinten nur Unsinn raus.

Mit anderen Worten: Paulus - und damit die Bibel - geht hier ganz klar davon aus, dass es Adam tatsächlich und als Einzelnen gegeben hat. Anders ergäbe der Abschnitt in Römer 5 keinen Sinn.

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Wunsch an theologische Ausbildungsstätten

Viele Gemeinden und Gemeindevereine schicken aus ihren Reihen junge Leutz an theologische Ausbildungsstätten, in dem Bewusstsein, dass sie dort gutes Handwerkzeug für ihre spätere Arbeit in den Gemeinden bekommen.

Was das Fußvolk ;-), das die jungen Leutz losschickt, aber in der Regel nicht weiß, ist, dass - auch an eigentlich “frommen” Ausbildungsstätten - die Bibel an einigen Stellen infrage gestellt wird. So wie beim oben genannten Beispiel.

Damit wird aber die Glaubwürdigkeit der Bibel - wenn auch “nur” in einzelnen Punkten -  untergraben. Und das mit theologischen Argumenten - mit Worten, die fromm klingen!

Obendrein: Manche Zweifel an der Bibel, die unterrichtsmäßig verbreitet werden, sind bei genauerem Hinsehen in sich völlig unlogisch - wie das oben ewähnte Beispiel mit Adam und dem Text aus Römer 5 zeigt.

Kurz und gut: Ideesamkeit.de würde sich daher freuen, wenn Studierende, aussendende Gemeinden und Unterrichtende diesen und ähnliche Punkte nochmal unter die Lupe nehmen würden:

Wie bisher:
Schaltet das Denken nicht ab - Dinge zu hinterfragen ist (meist) gut.

Aber auch:
Zweifelt an euren Zweifeln! (der Bibel gegenüber)

Und nehmt Gottes Wort für voll. (auch bei Aussagen über Adam und Eva, die 6-Tage-Schöpfung, die Sintflut usw.)

Nehmt das, was ihr lernt - und das, was ihr unterrichtet - nochmal auf Wiedervorlage. Prüft es! Vielleicht ließe sich auch an den genannten Stellen der Bibel ein bisschen mehr und den theologisch üblichen Zweifeln ein bisschen weniger Vertrauen entgegenbringen.

Danke ;-).

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www.ideesamkeit.de

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* Rechtschreibung z. T. ausprachegemäß. Für Suchmaschienen: theologisches Seminar, theologisch

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